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Bert Hellinger stoppen!



In Zeiten zunehmender Perspektiv - und Orientierungslosigkeit wenden sich Menschen immer wieder Sekten oder selbsternannten Gurus zu, um ihre materiellen Sorgen relativieren zu können. Unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Seriosität versuchen auch vermehrt Scharlatane auf dem Gebiet der Psychotherapie Fuß zu fassen. Das populärste Beispiel hierfür stellt wohl Bert Hellinger dar. Er prägt den Begriff des Familienstellens und bedient sich hierbei Fachbegriffen aus der systemischen Psychologie, mit der seine Methode allerdings sehr wenig gemein hat. Als ehemaliger Ordenspriester veranstaltet er seit nun mehr über 10 Jahren Therapiesitzungen im Talk-Show Stil. Dass er einer abgeschlossenen therapeutischen Ausbildung entbehrt, kommt hierbei auf gefährliche Weise zum Tragen. Nach einem zehnminütigen Schnellheilverfahren entlässt er seine KlientInnen wieder ihren Schicksal. Er reißt Wunden auf ohne sie zu behandeln. Gefühle und Gedanken der Beteiligten schließt er bewusst aus. Unzählige mussten sich nach einer Sitzung mit Hellinger auf Grund seelischer Zusammenbrüche professionell behandeln lassen. Bei einer seiner Vorstellungen in Leipzig gipfelte dieses Verfahren im Selbstmord einer Klientin. Die Verantwortung weißt Hellinger in diesem Fall von sich.
Probleme und deren Ursachen liegen laut Hellinger zu meist im Schicksal begründet. Die hierarchische Zusammensetzung einer Familie spielt innerhalb seines reaktionären Weltbilds ebenfalls eine große Rolle. Der Mann steht über der Frau, das Kind unter den Eltern etc. Alles, was diese Hierarchie in Disharmonie bringt muss übergangen werden. Seine Praktiken sehen z.B. vor, dass ein Kind, das Opfer eines inzestuösen Missbrauchs geworden ist, vor seinem Peiniger auf die Knie fällt und beteuert, dass es das gern getan hätte. Ähnlich gestalten sich seine Ansichten zum Nationalsozialismus. Hierzu Hellinger selbst: "(Das) jüdische Volk (findet) erst dann seinen Frieden mit sich selbst, mit seinen arabischen Nachbarn und mit der Welt, wenn auch der letzte Jude für Hitler das Totengebet gesprochen hat" ("Mit der Seele gehen", 2001, S. 50).
Für Hitler empfindet Hellinger, der in der ehemaligen Reichskanzlei in Berchtesgaden seinen Wohnsitz hat, eine besondere Faszination. In Interviews leugnet er dies zwar, in einem fiktiven Dialog mit Hitler, den er in seinem Buch "Gottesgedanken" darstellt wird allerdings das Gegenteil augenscheinlich. Hier schreibt er wörtlich: "Darf ich dich dann lieben? Muss ich dich dann lieben, weil ich sonst auch mich nicht lieben darf?" Trotz dieser Tatsachen zieht dieser Bert Hellinger nach wie vor Tausende von verzweifelten Menschen in seinen Bann.

Am 13.Oktober wird Hellinger zum wiederholten Male eine seiner berüchtigten Großveranstaltungen in der Fürther Stadthalle abhalten. Wir wollen das nicht einfach hinnehmen! Zusammen mit anderen Menschen, die sich gegen diesen protofaschistischen Scharlatan positionieren, wollen wir an diesem Tag mit einer Kundgebung unseren Unmut ausdrücken.